Filmreihe #12
Die Gewalt der Grenze und das Gedächtnis des Kinos
Revision
Sonntag, 1., 8. & 15. Dezember 2013, 12:00, XENIX Kino
„Revision“
Regie: Philip Scheffner, D 2012, 106 min
In seinem Dokumentarfilm „Revision“ rollt der Regisseur Philip Scheffner einen zwanzig Jahre alten Kriminalfall wieder auf: Zwei Männer wurden nach einem illegalen Grenzübertritt erschossen. Ihr Schicksal recherchiert Scheffner spannend wie einen Thriller. Ende Juni 1992 fanden Erntearbeiter auf einem Getreidefeld in Vorpommern zwei Männer, der eine tot, der andere lag im Sterben. Wenige Stunden zuvor waren die beiden rumänischen Roma, die offenbar in einer Gruppe gerade illegal die polnisch-deutsche Grenze überquert hatten, im Morgengrauen von zwei deutschen Jagdtouristen angeblich für Wildschweine gehalten und erschossen worden. Die Schützen wurden freigesprochen. Philip Scheffner untersucht den Vorfall akribischer als seinerzeit die Behörden, die den Fall verschlampten, Spuren nicht verfolgten und Widersprüche nicht aufklärten. Oder an einer Aufklärung nicht sonderlich interessiert schienen. Denn die Menschen, die an den Außengrenzen der EU zu Tode kommen, werden billigend in Kauf genommen. (Text: Lisa Rössler / XENIX)
„Ein zutiefst beeindruckender Dokumentarfilm, der den beiden Opfern Gerechtigkeit widerfahren lässt.“ Katja Nicodemus, Zeit online
Am 1.12.2013 findet im Anschluss an die Vorstellung ein Gespräch mit Katharina Morawek und Can Gülcü (Leitungsteam der Shedhalle) statt. Sie erzählen über das Jahresprogramm DIE SCHWEIZ IST KEINE INSEL, in dessen Rahmen das Screening erfolgt.
In Kooperation mit Kino XENIX